Statement zu einem Artikel des Neuen Bürgerforums

Dies ist ein Statement meinerseits zur Veröffentlichung des Neuen Bürgerforums.

Meine Richtigstellung betrifft den mittleren Absatz des Artikels:

Der 22-jährige Student erhielt im November 2008 als Nachrücker ein Mandat im Tiefenbacher Gemeinderat, kann jedoch aus beruflichen Gründen (Studium in Mannheim) entgegen seiner Zusicherungen an kaum einer Sitzung des Gemeinderats teilnehmen. Aufgrund vermehrter Nachfragen aus der Bevölkerung und von Mitgliedern wegen des häufigen Fehlens sollte im Miteinander nach einer Lösung für die zukünftige Zusammenarbeit gesucht werden, die beiden Seiten gerecht wird. Die Vorstandschaft des Neuen Bürgerforums sieht die Trennung als Konsequenz langfristiger Überlegungen und Bemühungen, Tom Berger aktiv an die Gemeinderatsarbeit zu binden.

In der Tat trat Willi Fausten erst im Januar 2009 aus dem Gemeinderat aus. Ich bin also seitdem dabei. Übrigens ist das beim Bürgerforum selbst nachzulesen. Dort steht – richtigerweise – dass meine Vereidigung und damit mein Eintritt in den Gemeinrat am 13. Januar 2009 erfolgten.

Im Rahmen meines Studiums war ich von Januar bis März durchgehend vor Ort in Tiefenbach. Ich habe in dieser Zeit natürlich auch jede Sitzung besucht (acht Termine). Von April bis Juni war ich im Rahmen meines Marketing-Studiums in Mannheim und konnte leider nur eine Gemeinderatssitzung wahrnehmen. Seit Juli war ich dann in Bonn eingesetzt und war leider in der Tat bei keiner Sitzung bis zur Sommerpause des Gemeinderats (Mitte August) da.

Ich habe zugesichert, bei jeder Gemeinderatssitzung da zu sein, soweit das mein Studium zulässt. Das ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Meine Gemeinderatskollegen des Neuen Bürgerforums haben aber auf eine explizite Zusicherung bestanden.

Wie ich das jedem Gemeinderatsmitglied unterstelle, habe ich mich nach meinen Möglichkeiten so intensiv wie möglich im Gemeinderat beteiligt. Außerdem war ich auch aktives Mitglied des Neuen Bürgerforums. Dies betraf auch die Erstellung und Betreuung der Homepage seit Gründung des Vereins, sowie technische Unterstützung bei der Kreation der Bürgerinfo, von Flyern und Plakaten – ortsunabhängig und zu jeder Tages- und Nachtzeit.

In der Tat ist das aber nicht der Grund für meinen Rücktritt als Mitglied und zweiter Vorsitzender. Die Gründe kann jedermann gerne meinem Schreiben entnehmen, das dem Vorstand des Vereins zuging. Es wurde elektronisch auch den Mitgliedern des Vereins und dem Tiefenbacher Bürgermeister Georg Strasser zur Verfügung gestellt.

Tiefenbach, den 15. August 2009

Sehr geehrter Vorstand des Neuen Bürgerforums,
hiermit teile ich meinen Rücktritt als zweiter Vorsitzender und das Ende meiner Mitgliedschaft im Verein Neues Bürgerforum für dieGemeinde Tiefenbach e.V. mit sofortiger Wirkung mit.
Die vergangenen Wochen und Monate haben gezeigt, dass meine Arbeitsweise nicht mit der einiger Kollegen vereinbar ist. Darüber hinaus haben sich innerhalb der Vorstandsriege auf menschlicher Ebene Differenzen errichtet, die für mich eine weitere Mitarbeit in Zukunft unmöglich machen.
Dennoch freue ich mich auf eine konstruktive Zusammenarbeit im Tiefenbacher Gemeinderat.
Hochachtungsvoll
Thomas J. Berger

Noch ein paar Worte zu meinem Studium: Ich studiere Betriebswirtschaftslehre, Fachrichtung Dienstleistungsmarketing, an der Dualen Hochschule in Mannheim. Ich bin Angestellter eines großen deutschen DAX-notierten Unternehmens, das mich zum Studium entsendet. Dabei arbeite ich für drei Jahre (seit Oktober 2007) abwechselnd jeweils drei Monate im Unternehmen in München und Landshut und studiere drei Monate ganztags an der Hochschule in Mannheim.
Diesen Studienverlauf kannte die spätere Vorstandschaft des Neuen Bürgerforums schon vor Gründung desselben. Außerdem wissen viele Mitglieder des Vereins um meinen Studienablauf, da ich mich mit vielen sehr angeregt darüber unterhielt. Ich wurde also zu einem großen Teil von Menschen gewählt, die wussten, dass ich nicht ständig vor Ort in Tiefenbach sein kann und damit auch Sitzungen fehlen werde. Dieses wurde im vollen Umfang akzeptiert.
Natürlich kennt auch Tiefenbachs Bürgermeister Georg Strasser meinen Studienablauf. Wir stehen im regen Kontakt zum Zwecke des Austauschs – v.a. wenn ich nicht vor Ort bin.

Update

Das Neue Bürgerforum hat auf der eigenen Internetseite mein Eintrittsdatum in den Gemeinderat korrigiert. Der Fehler bestand jedoch bis Dienstag (18.8.09) Vormittag.

Ich wurde vom Verein benachrichtigt, dass ein von mir eingereichter Kommentar für deren Homepage mit dem Hinweis auf diesen Artikel nicht eingefügt wird. Dies ist aus meiner Sicht inkonsequent, da man sich während des Wahlkampfs darüber beschwert hat, dass die Landshuter Zeitung keine eigenen Gegendarstellung veröffentlicht.

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7 Responses to Statement zu einem Artikel des Neuen Bürgerforums

  1. max[i]mal sagt:

    Man kann sich als Bürger nur sehr darüber wundern, dass das sogenannte “Neue Bürgerforum” nun – wo es opportun erscheint – die Maxime “Transparenz”, mit der im Herbst 2008 ihrerseits im Wahlkampf so sehr geworben wurde, so leicht fallen lässt, indem die Korrektur von Tom nicht auf der offiziellen Webseite veröffentlicht wird.

    Auf dieser Webseite des “Neuen Bürgerforums” kann man – das ist mir schon zuvor aufgefallen – nicht einmal Kommentare zu verfassten Artikeln abgeben (die entsprechende Funktion wäre ja vorhanden, wurde aber wohl absichtlich deaktiviert!). Ist dies wirklich im Sinne eines transparenten, demokratischen Prozesses, dem “Vertreter der Bürger” verpflichtet sind? Sollte es nicht derart funktionieren, dass Politiker – die ja dem Wohle der Bürger verpflichtet sind – jederzeit ein offenes Ohr für diese Bürger haben? Eine kontroverse Diskussion, die auf der Webseite des Bürgerforums ja definitiv nicht stattfinden kann, ist elementarer Bestandteil dieser Verpflichtung!

    Das, was mich am Verhalten der sogenannten “Bürgervertreter” stutzig macht, ist aber mehr, dass hier offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen wird. Ich habe dieses Jahr mehrere Gemeinderatssitzungen besucht, aber niemals – nicht auch nur ein einziges Mal – Alexander Tremmel (der ja auch Gemeinderatsmitglied ist) gesehen! Dieser ist ja auch (O-Ton eines NBF-Mitglieds) “beruflich zu eingespannt” (Moment mal – ist das nicht dieselbe Begrüdung, mit der Tom aus dem Verein gedrängt wurde?). Der “saubere” Metzger müsste dementsprechend auch bald aus dem Verein gedrängt werden!

    Mein Gefühl aber sagt mir, dass dem nicht so sein wird. Warum? Hauptsächlich wohl, da er leider zuviel Einfluss innerhalb der Gemeinde besitzt. Mit dem will es sich natürlich niemand verscherzen, denn diesen nicht auf ihrer Seite zu haben, wäre ja dem NBF nur abträglich (und nach dieser Maxime wird offensichtlich bei diesem “Verein” agiert).

    Dieses Verhalten des NBF hinterlässt auf jeden Fall einen äußerst schalen Nachgeschmack! Habe ich wohl – wie viele andere Leute im guten Glauben sicherlich auch – mein Kreuzchen im September 2008 an der falschen Stelle gemacht? Das, was man jetzt so liest und hört, lässt jedenfalls eindeutig den Schluss zu, dass es in diesem “Verein” nicht anders (oder sogar schlimmer) zugeht als bei denen, die ich mit meinem Wahlzettel eigentlich abwählen wollte!

    Kontroverse Antworten unbedingt erwünscht!

  2. max[i]mal sagt:

    Das sollte ich vielleicht noch erwähnen, bevor noch der Argwohn von manch aufmerksamen Leser geweckt wird: Mein Name ist NICHT Thomas J. Berger!

  3. Chrischtl sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren des Neuen Bürgerforums,
    verehrte Mitleser,
    lieber Tom,

    ich möchte Ihnen meine persönliche Meinung zu der oben genannten Sache nicht vorenthalten.

    Ich kenne Tom Berger seit über 11 Jahren – in diesen 11 Jahren ist er mir stets als zuverlässiger, charmanter und zuvorkommender Mensch begegnet, der zu 100% zu seinem Wort und seiner Überzeugung steht.
    Insofern muss ich, als Außenstehender dieser Geschichte und auch als neutrale Person durchaus bezweifeln, dass eine konstruktive Zusammenarbeit mit ihm nicht möglich gewesen sei.
    Wie richtig festgestellt, ist er nicht oft vor Ort gewesen. Begründet wird dies mit einem Studium mit Hilfe eines in Bonn ansässigen Unternehmens.
    Gerade in den heutigen Zeiten, in denen die Arbeitslosigkeit, die Probleme mit der Bildung unserer Kinder (vgl. diverse Nachmittags-, Vorabend- und Abendausstrahlungen des deutschen Privatfernsehens mit einem Niveau jenseits alles Guten) und die mangelnde Bereitschaft der jungen Menschen, sich fortzubilden, groß auf die Problembanner dieses Landes geschrieben werden, sollte jeder Deutsche, ob Politiker oder nicht, stolz auf einen jungen Menschen sein, der sein Abitur ablegt und den Mut hat, fernab der Heimat einen Studienplatz anzunehmen.
    In diesem Zusammenhang ist auch für mich als sehr lobenswert anzuerkennen, dass sich trotz der örtlichen Entfernung ein gebildeter junger Mensch aktiv in die Politik seiner Heimatgemeinde einbringt und für Veränderung sorgen möchte.
    Genau deswegen kann ich heute – in der Zeit von Telefon, Post und v.a. dem Internet – kaum verstehen, dass eine Zusammenarbeit mit Herrn Berger nicht möglichst sein soll – persönlich wie auch sachlich.

    Anstatt einen jungen Menschen fallen zu lassen, weil er JETZT auswärts studiert, sollte man ihn lieber heute fördern, mit ihm zusammenarbeiten und in einigen Jahren einen aktiven, gebildeten, erfahrenen, jungen und motivierten Gemeinderats- und Fraktionskollegen haben, der (wie von mir eingangs beschrieben), zu 100% zu seiner Überzeugung steht.

    Für die Aufrichtigkeit, die Ehrlichkeit und auch das persönliche Engagement von Tom Berger lege ich heute noch zu jeder Zeit meine Hand ins Feuer – ohne Wenn und Aber.

    Insofern ist die Eskalation dieser “Beziehung” ein definitives Armutszeugnis für Tiefenbach, für das Neue Bürgerforum und die deutsche Politik.

    Ich ziehe meinen Hut vor Thomas Berger für seine bisherigen Leistungen für Ihre Gruppierung und verbleibe hochachtungsvoll.

    Chrischtl

    P.S: Weder mit Herrn Berger verwandt, verschwägert, identisch oder von ihm finanziell unterstützt.

  4. Chrischtl sagt:

    Sehr geehrte/r Max[i]mal,

    was erwarten Sie sich denn bzgl. der Haltung zu Herrn Tremmel?
    Ausgerechnet die Gemeinde Tiefenbach im Herzen Bayerns als neumodische Ausnahme der bundesweit bekannten “bayrischen Spezlwirtschaft”?
    Ich denke, jedes Gremium in dieser Region – sei es Schützenverein, Gemeinderat oder Pfarrgemeinderat – besitzt nicht den Schneid, ortsbekannten “VIPs” die Deckung zu nehmen und sich öffentlich als konsequent zu äußern…
    Insofern ist die logische Konsequenz daraus – wie von Ihnen richtig geäußert – dass niemand den Mut besitzt, Herrn Tremmel in jeglicher Hinsicht “ans Bein zu pinkeln”…

    Und wieder die alte Leier: Ein definitives Armutszeugnis für Tiefenbach, für das Neue Bürgerforum und die deutsche Politik. Quod erat demonstrandum.

  5. Auswärtiger sagt:

    Was soll man dazu noch sagen?

    Auf der einen Seite will man dass junge Menschen an der Politik interessiert, Bzw.. Aktiv an der Politik teilnehmen, auf der anderen Seite wir aber nicht Akzeptiert, dass diese sich aktiv um eine Ausbildung / Studium, auf der Ihr weiters (Arbeits-) Leben aufbaut bemühen.

    Außerdem ist die Aussage: “Kann kaum an einer Sitzung teilnehmen” ist doch auch sehr Schwammig.

  6. max[i]mal sagt:

    Sehr geehrte Chrischtl,
    sehr geehrte Mitleser,

    ich gebe zu, dass meine Erwartungen in Bezug auf die Behandlung örtlicher “VIPs” im Nachhinein als zu blauäugig erscheinen mögen, aber sie wurden bei mir – und sicherlich auch bei zahlreichen anderen – während des Wahlkampfs durchaus geweckt, schließlich trat ein “Neues” “Bürger” “Forum” an. Egal, welches Wort in dieser Vereinsbezeichnung (es ist zumindest formell ein “eingetragener Verein”, daher bezeichne ich es folgend als “Verein” – das Verhalten einiger “Vereins”mitglieder lässt jedoch darauf schließen, dass die Idee und der Geist eines Vereins wohl nicht verstanden wurde) man nun betont:

    - “Neues” = lässt darauf hoffen, dass bspw. alteingefahrene Verfahrensweisen und/oder Strukturen überdacht – und wo nötig konsequent “erNEUert” werden (spricht meiner Ansicht nach auch den Filz an).
    - “Bürger” = sollte da sein für die Bürger als Gesamtheit, und soll keine Privatveranstaltung für ein paar “wichtige” Menschen sein (oder für solche, die gerne wichtig wären, wovon es in Tiefenbach wohl einige gibt)
    - “Forum” = ohne auf die etymologischen und historischen Wurzeln eingehen zu wollen (die Bände füllen), ist in der heutigen Zeit wohl algemein anerkannt, dass ein Forum ein Ort sein sollte, in dem ein reger, offener Meinungsaustausch herrscht, in dem sich niemand ob seiner Auffassung (oder wie hier ob seiner persönlichen Lebensgestaltung) zu schämen braucht, oder Angst haben muss, verfolgt oder diffamiert zu werden (auch wenn dies zu Zeiten des Forum Romanum wohl noch anders war :-)). Ein Forum soll Diskussionszentrum und Keimzelle für neue Ideen sein.

    Liebe Chrischtl, vielleicht haben Sie recht, wenn Sie durchscheinen lassen, dass ich in meiner Meinungsbildung zu blauäugig war.

    Ist dann aber nicht auch dem so genannten “Neuen Bürgerforum” ein ganz eklatanter Etikettenschwindel vorzuwerfen?

    Beste Grüße aus dem sonnigen Tiefenbacher Süden
    max[i]mal

  7. Chrischtl sagt:

    Hallo max[i]mal,

    ich denke, Sie haben durchaus Recht in der Annahme, dass das Ganze ein Etikettenschwindel ist: Viel Luft und nichts dahinter. Das ist aber typisch für die deutsche Politik und traurig für diejenigen unter den Bürgenforum-Mitgliedern, die tatsächlich etwas verändern wollten…