Treffen mit SPD-Bundestagskandidat Harald Unfried

Harald UnfriedDer SPD-Ortsvorsitzende Martin Hobmeier (Gemeinderatskollege in Tiefenbach) lud mich vergangene Woche zum Stammtisch mit dem SPD-Bundestagskandidaten für den Wahlkreis Landshut-Kelheim Harald Unfried (s. Bild rechts) ein.

Da ich leider schon den FDP-Kandidaten verpasste, wollte ich mir diese Gelegenheit nicht entgehen lassen. Die örtliche FDP hat es absolut versäumt, Flyer zu verteilen oder Plakate mit dem Termin zu versehen. Nicht mal auf der Seite der Bayern-FDP wurde der Besuch angekündigt. Gut, wenn die Partei solche Möglichkeiten schon verschweigt, werden sie wohl auch ihren Grund dafür haben.

Gestern, Montag, war es dann soweit: Zusammengefasst lässt sich sagen, dass es ein aufschlussreicher Abend war.

Der Abend beim Wirt in Tiefenbach war gut besucht. Kontroverse Diskussionen von SPD-Mitgliedern gaben dem ganzen ein interessantes Feuer.

Ich fand es äußerst berechtigt, als er Herr Unfried von einer Vertrauenskrise sprach, was das Verhältnis der Bürger zur Politik betrifft. Leider konzentrierte sich sein Spontanreferat eigentlich ausschließlich auf die Finanzmarkt-/Wirtschaftskrise. Mehrmals wurden die bösen Spekulanten angegriffen. Herr Unfried ignorierte dabei völlig, dass auch der Durchschnittstyp von nebenan Aktien hält. Er tat gerade so, als ob jeder “Spekulant” Millionen auf Kosten der Allgemeinheit einstreiche. Kern von Unfrieds Aussagen war auch, dass die Verursacher für die Kosten aufkommen müssen. In dem Zusammenhang ist er auch für eine internationale Einführung der Börsenumsatzsteuer. Super – ist unser Steuersystem nicht schon komplex genug? Hat Hans Müller nicht schon genug Steuern zu zahlen, wenn er mal ein paar Euro Gewinn macht mit dem Handel von Aktien?

Außerdem stellte Unfried in den Raum, dass regierende Politiker behauptet hätten, die Kosten der Krise würde man “aus der Portokasse zahlen”. Hab ich so nicht gehört, nein… Er bezeichnete das in Anlehnung an die Kostengröße der Wiedervereinigung wörtlich als “Einheitslüge Teil 2″ – eine Formulierung, die für mich sowohl zu drastisch, als auch unrichtig ist.

Sehr gut fand ich, dass Herr Unfried ebenfalls den Trend (ein)sieht, dass frustrierte SPDler der Partei den Rücken kehren und sich der Linken zuwenden. Dagegen müsse man etwas tun, sonst verliere die Partei weiter Mitglieder.

Die SPD wird meine Stimme bei der Bundestagswahl nicht erhalten. Ich kann mich nur unzureichend mit den Inhalten der Bundes-SPD zur Wahl identifizieren, Herr Steinmeier ist mir als Kanzlerkandidat unsympathisch und auch Herr Unfried konnte mich inhaltlich nicht wirklich überzeugen.

Sehr viel mehr konnte ich mich mit Martin Hobmeiers Äußerungen identifizieren, dessen beide folgenden Zitate ich hier unbedingt anführen möchte:

“Lohn sind nicht nur Kosten, Lohn ist vor allem Kaufkraft”

“Nichtwählen ist keine Alternative”

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