Informationen zu Leserbriefen im Obergoldinger

Im Obergoldinger wird derzeit fleißig über meine Eigenschaft als Gemeinderat in der Leserbrief-Sektion diskutiert.

Es gibt hier einige Punkte, die ich gerne kommentieren mag – hier sind die Themen, die ich weiter unten in einigen Sätzen kommentieren werde:

  1. Anonyme Leserbriefe im Obergoldinger
  2. Die Diskussion an sich
  3. Mein Ausscheiden beim Neuen Bürgerforum
  4. Meine Anwesenheit bei Gemeinderatssitzungen
  5. Resümee

Anonyme Leserbriefe im Obergoldinger

Dazu habe ich mich bereits mehrfach geäußert: Anonyme Leserbriefe sind einfach nur arm. Armselig insofern, als dass man schon eine gehörige Portion Minderwertigkeitsgefühl braucht, um hinter seinem Wort nicht namentlich stehen zu können. Hiermit drücke ich nochmal ausdrücklich meinen Disrespekt gegenüber den entsprechenden Personen aus.

Andererseits… Diese Leserbriefe lesen sich teilweise recht fingiert. Dabei möchte ich natürlich nichts unterstellen. Natürlich möchte ich dieses “nichts” auch niemandem unterstellen. Auffallend ist jedoch, dass viele Eintragungen einer auffallend ähnlichen Satzstruktur und Ausdrucksweise folgen. Es könnte also gut möglich sein, dass hier jemand die Stimmung etwas anheizen will. Gründe für so etwas gibt es mannigfaltig. Allerdings bin ich persönlich der Meinung, dass dies niemandem hilft.

Die Diskussion an sich

In ein paar Leserbriefen wird angesprochen, ich solle wegen meiner “Fehlzeiten im Gemeinderat” zurücktreten.

Derartige Forderungen sind natürlich Quatsch – anders kann man das auch gar nicht sagen.

Die Wahl zum politischen Mandat ist bindend. Ein Rücktritt braucht also schon einen driftigen Grund. Was es mit den Fehlzeiten auf sich hat, lest ihr weiter unten.

In der Tat entfielen mehrere 100 Stimmen bei der Wahl auf mich als Kandidaten – es bestand also der Wunsch für viele Mitbürger, dass ich in den Gemeinderat komme. Diese Menschen zu enttäuschen liegt mir völlig fern.

Eine Diskussion über meinen Rücktritt muss also nicht weiter geführt werden.

Ich habe großen Spaß bei der Arbeit im Gemeinderat und nicht vor, diesen zu verlassen.

Mit einem zwinkernden Auge muss ich noch anmerken, dass ich mich ja freue, dass es keine kontroverseren Themen gibt als meinen Gemeinderatssitz.

Mein Ausscheiden beim Neuen Bürgerforum

Hier gerne nochmal mein Schreiben an die Vereinsführung, als ich im Sommer meinen Posten als zweiter Vorsitzender des Neuen Bürgerforums zur Verfügung stellte und den Austritt aus der Gruppierung erklärte.

Der Grund meines Ausscheidens waren also Unstimmigkeiten innerhalb der Vereinsführung. Diese Unstimmigkeiten betrafen mehrere Themen, so dass ich es für zielführender hielt, den Verein zu verlassen. Entgegen der Darstellung in der Bürgerinfo ging es nicht nur um meine Anwesenheit im Gemeinderat – genügend Schriftverkehr kann das belegen. Ich fürchte, hier wollte man etwas populistisch wirken.

Außerdem: Ich habe den Verein verlassen und nicht umgekehrt. Schon allein deswegen ist die Darstellung des Vereins in seiner Druckform leider völlig absurd.

Mein Ausscheiden erleichtert sicherlich die Arbeit des Neuen Bürgerforums genauso wie meine. Ich bin der Überzeugung, dass der Verein in seiner Führung nun eine viel homogenere Gruppe darstellt.

Wie ich bei meinem damaligen Abschied im “Strategiekreis” schon sagte: Ich wünsche dem Neuen Bürgerforum weiterhin alles Gute und viel Erfolg.
Irgendein andauernder Groll liegt mir fern, wäre nicht mein Niveau und würde die gemeinsame Arbeit im Gemeinderat nur erschweren.

Meine Anwesenheit bei Gemeinderatssitzungen

Abwesenheiten aller Gemeinderäte

Hier wird viel herumspekuliert – niemand sieht sich die Zahlen tatsächlich an.
Für euch mache ich die Sache natürlich gerne transparent.

Witzigerweise hätte das jeder tun können, der fleißig am mitreden war – jeder “Leserbriefschreiber”, der Obergoldinger, das Neue Bürgerforum oder jeder einzelne Bürger.
Dass dies bisher nicht getan wurde heißt wohl entweder, dass man bewusst die Augen verschließt oder dass nur einige wenige hier ein Problem erfinden wollen, wo keines ist – wie die Zahlen gleich zeigen werden.

Ich habe mal eine kleine Strichliste angefertigt: sie enthält die Abwesenheiten aller Gemeinderatsmitglieder von meinem Eintritt im Januar 2009 bis heute. In dieser Zeit gab es 24 Sitzungstermine.

Es kann sich beim Durchgehen der Gemeinderatsprotokolle natürlich ein Fehler eingeschlichen haben. Wer korrigieren möchte, kann dies gerne tun. Jedoch bin ich die Schriftstücke natürlich nach bestem Wissen und Gewissen durchgegangen.

Ich führe die Abwesenheitsliste mit 10 Absenzen an, gefolgt von Alexander Tremmel vom Neuen Bürgerforum mit 8 Abwesenheiten, Siegfried Tremmel von der Wählergemeinschaft mit 6 Fehlzeiten und Karl Sumgruber (parteilos) mit 5 Fehlzeiten.

Hier zur Info noch die anderen Abwesenheiten:
4 Eintragungen: Martin Hobmeier (SPD), Wolfgang Beck (CSU)
3 Eintragungen: Simon Dax (CSU)
2 Eintragungen: Elfriede Haslauer (Bürgerforum), Bernhard Haider (FDP)
1 Eintragung: Lorenz Braun (Wählergemeinschaft), Maria Pirkl (Wählergemeinschaft), Georg Schmerbeck (Wählergemeinschaft)
ohne Fehlzeiten: Fritz Kukat (SPD), Georg Strasser (CSU), Karl Stangl (Wählergemeinschaft), Oliver Kapser (Bürgerforum), Theresia Musahl (CSU)

Dies macht 47 Abwesenheitsmeldungen in 24 Sitzungen und gibt damit einen Durchschnittswert von weniger als zwei Absenzen pro Sitzung.
Wer dies bei einem Ehrenamt als viel erachtet, lebt, so fürchte ich, an der Realität vorbei.

Ein interessantes Bild ergibt sich, wenn man die Abwesenheiten nach Gruppierung schlüsselt. Dann ergeben sich folgende Werte:

Neues Bürgerforum: 10
Wählergemeinschaft: 9
CSU: 7
SPD: 4
FDP: 2

Natürlich bin ich nicht unter dem Neuen Bürgerforum und Karl Sumgruber nicht unter CSU aufgeführt – wir beide verließen die entsprechenden Gruppierungen, so habe ich uns jeweils ganz rausgenommen..

Jetzt können wir noch weiter mathematisch schürfen und die Abwesenheiten auf die Sitze im Gemeinderat umlegen.
Die Abwesenheit pro Sitz ergäbe dann:

Neues Bürgerforum: 3,33
Wählergemeinschaft: 1,8
CSU: 1,75
SPD: 2
FDP: 2

Man könnte hier jetzt übertriebene Schlussfolgerungen ziehen. Doch da die Absenzen insgesamt gering sind lassen wir es lieber.
Bildet euch eure eigene Meinung.

Meine Abwesenheit

Wie mein Studium funktioniert, sollte mittlerweile eigentlich ausreichend oft erörtert worden sein: Ein Semester teilt sich bei mir auf in drei Monate Studium an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Mannheim. Dort bin ich im Bachelor-Studiengang BWL, Fachrichtung Dienstleistungsmarketing. Die weiteren drei Monate eines Semester arbeite ich meiner Funktion als DH-Student in einem großen deutschen, DAX-notierten Unternehmen in München im Bereich Vertrieb von Direktmarketinglösungen. Geben wir der Firma ruhig einen Namen: Es ist die Deutsche Post.

Zur Klarstellung: Ich wohne NICHT in Mannheim.
Wenn ich für die Deutsche Post in München arbeite, wohne ich EBENFALLS hier in Tiefenbach. Selbst wenn ich in Mannheim bin, komme ich jedes zweite Wochenende nach Hause – dementsprechend ist mein eindeutiger Schwerpunkt hier in Tiefenbach.

Und es soll keineswegs der Eindruck entstehen, ich würde während der Mannheim-Phasen an keiner Sitzung teilnehmen. Das ist absolut nicht der Fall!
Ich machte mich auch in dieser Zeit häufig auf den Weg von Mannheim nach Tiefenbach (einfach >400 km), nur um an Gemeinderats- oder Ausschuss-Sitzungen teilzunehmen. (Letztere sind gar kein Bestandteil der obigen Aufstellung – ich war in jeder anwesend.)

Diese Fahrten sind für mich natürlich zeitaufwändig und kostenintensiv – doch dies wusste ich ja, als ich mich für den Sitz im Gemeinderat bewarb.
Ich freue mich, dass ich mit dem Mandat betraut wurde und nehme es überaus ernst - deswegen schrecke ich auch vor der Distanz nicht zurück.

Doch gab es leider 2009 erschwerte Umstände für die Gemeinderatsarbeit: Im Zeitraum von Anfang Juli bis Mitte August setzte mich mein Arbeitgeber in Bonn ein. Diese Zeit war für mich extrem lehrreich und interessant – doch die Strecke war nun für die Sitzungen leider nicht mehr zu bewältigen (einfach >600 km). Auch von der Arbeitszeit her ging dies nicht. Die meisten Gemeinderatskollegen und Bürgermeister Strasser hatten dafür Verständnis.
Als ich Mitte August bis Ende September ständig in Tiefenbach war, machte der Gemeinderat Sommerpause. Dementsprechend konnte sich meine “Quote” leider nicht erholen.

Übrigens: In meinen Praxis-Phasen, also wenn ich hier ständig in Tiefenbach bin und in München arbeite, gab es keine einzige Abwesenheit meinerseits.

Noch bevor wir das Neue Bürgerforum gründeten, informierte ich Oliver Kapser über meinen Studienablauf in unserem heimischen Esszimmer. Damals war es offenbar kein Problem.

Während des Wahlkampfs sprach ich mit vielen Leuten über mein Studium – auch hier: kein Problem.

Als ich als Nachrücker in den Gemeinderat berufen wurde, sprach ich mit der Kommunalaufsicht.
Hier habe ich erklärt, wie mein Studium funktioniert. Laut meines Ansprechpartners sehe er bei einer möglichen Untersuchung kein Problem – die Bayerische Gemeindeordnung schreibe lediglich vor, dass der Lebensmittelpunkt in der Gemeinde liegen muss.
Folgende Punkte sprächen dafür, dass dies bei mir der Fall sei (wortwörtlich am Telefon “da gibt es dann gar keinen Zweifel”):

  • mein einziger Wohnsitz ist Tiefenbach
  • ich habe keinen festen Wohnsitz in Mannheim (da in den Theorie-Phasen Zwischenmieten erfolgen)
  • mein Arbeitsvertrag weist eine Dienststelle in München auf

Auch mit Bürgermeister Strasser sprach ich über meine Studiensituation: auch hier Verständnis mit der Bemerkung, dass eine gute Ausbildung heute unerlässlich sei.

Außer den Personen des Strategiekreises des Neuen Bürgerforums und den (anonymen) Leserbriefschreibern hat bisher niemand geäußert, dass er ein großes Problem mit meiner Abwesenheit hätte.

Resümee

Zu allererst möchte ich mich bedanken: Nämlich bei allen Kolleginnen und Kollegen im Gemeinderat – die gemeinsame Arbeit ist fruchtbar und macht wirklich Spaß.

Viele von ihnen sind nach meinem Austritt aus dem Neuen Bürgerforum auf mich zugekommen und haben ihre Freude zum Ausdruck gebracht, dass ich dem Gemeinderat erhalten bleibe – vielen Dank dafür! In dieser Zeit des Umbruchs waren dies für mich Eckpfeiler guten Mutes.

Außerdem bedanke ich mich sehr sehr herzlich mich für Angebote zur Aufnahme in andere Gruppierungen – sowohl aus der Gemeinde als auch von ein paar Landshuter (Jugend-)Gruppen. Dieses Zeichen der Wertschätzung bedeutet mir persönlich sehr viel. Mit den entsprechenden Personen habe ich bereits jeweils gesprochen. Ich fühle mich als parteiloser Gemeinderat im Moment sehr wohl.

Doch nun das Resümee zum Thema:

Es ist schon erstaunlich – die Leserbriefe im Obergoldinger zu meiner Abwesenheit sind allesamt anonym. Nur wenige Menschen haben namentlich/persönlich ein Problem geäußert.

Wie oben dargestellt nehme ich persönlich nach bestem Wissen und Gewissen an sämtlichen Terminen des Gemeinderats teil. Dies unterstelle ich auch jedem anderen Ratsmitglied.

Und die Abwesenheitsquote sagt insgesamt, dass wir auch keinerlei Problem haben. Erstaunlicherweise hat sich bisher niemand der echten Zahlen angenommen. Ich hoffe, dass ich die Sache etwas erhellen konnte.

Ich freue mich über das Verständnis der meisten Gemeindebürger für meine Studiensituation und bedanke mich nochmals dafür.

Ich strenge mich auch weiterhin an, möglichst jeder Sitzung beizuwohnen. Da bis zu meinem Studienende bislang kein weiterer Aufenthalt weiter weg vorgesehen ist (ausgenommen einer dreimonatigen Mannheim-Phase), bin ich zuversichtlich, dass sich meine “Anwesenheitsquote” auch wieder verbessert.

Gerne möchte ich an dieser Stelle noch ein paar Aufrufe loswerden:

Besucht Gemeinderatssitzungen!

Es gibt viele “Behaupter”, sie würden häufiger daran teilnehmen. In der Tat sind es zumeist Besucherzahlen, die an einer Hand abzuzählen sind.
Schaut vorbei und überzeugt euch selbst, was passiert!
Keine Augen und Ohren sind so zuverlässig wie die eigenen.

Die Tagesordnungspunkte veröffentliche ich immer hier im Blog. Einfach rechts in der Seitenleiste den E-Mail-Newsletter zur “Gemeinde Tiefenbach” abonnieren und ihr versäumt sie nicht.

Informiert euch!

Vor allem im Internet könnt ihr euch hervorragend über Geschehnisse in der Gemeinde informieren.
In meinem Blog veröffentliche ich Eindrücke aus interessanten Gemeinderatssitzungen. Schaut ab und an mal vorbei.

Bezieht neben diesem Blog aber auch gerne andere Informationsquellen in eure Sammlung mit ein.
Aber nicht vergessen: Der Mix macht’s – denn die eine oder andere Seite schreibt vielleicht notorisch etwas tendenziös.   ;-)

Behaltet Ruhe!

Es ist Gemeindepolitik – und kein Krieg.
Ab und zu erlebt man Menschen (oftmals veröffentlichen sie sogar…), die sich einfach zu sehr reinsteigern.

Die Entwicklung unser Gemeinde zeigt, dass hier jeder Bürger, jedes Gemeinderatsmitglied und jeder ansässige Unternehmer insgesamt einen guten Job macht.
Das gilt es zu respektieren – schließlich leben wir doch alle gerne hier!

Gerne kann natürlich der Beitrag mit der Funktion am Seitenende kommentiert werden – ich freue mich über jeden Kommentar!

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Eine Kommentar auf Informationen zu Leserbriefen im Obergoldinger

  1. Rudolf Wandersleb sagt:

    Hi Tom,

    Respekt für Deine Researchen und Standpunkterläuterung auf höchsten Niveau!
    Hierzu fällt mir zur Entspannung ein Ausspruch, auch von Konrad Adenauer, ein:
    “Man muß die Menschen nehmen wie sie sind.
    Es gibt keine anderen!”
    Übrigens habe ich 1967 an der Fachhochschule
    der Deutschen Bundespost in Berlin studiert.
    Liebe Grüsse
    Rudolf