(Mit)Fahrbericht: Tesla Roadster

Vergangenes Wochenende hatte ich die große Freude , in einem recht außergewöhnlichen Fahrzeug eine Runde mitfahren zu dürfen: dem Tesla Roadster.

Obwohl ich nicht selbst am Steuer gesessen bin, war es unglaublich interessant, in diesem Elektrosportwagen mal eine Runde mitzufahren.

Nach den Keyfacts ein paar meiner Eindrücke.

Der Zweisitzer wird von einem 252 PS starken Elektromotor im Heck angetrieben. Das besondere: das maximale Drehmoment von 375 Nm liegt bei Drehzahlen von 0–4500/min an – also vom Start weg! Das Fahrzeug beschleunigt damit in 3,8 Sekunden auf 100 km/h und läuft bei 201 km/h in den elektronischen Begrenzer. Eine Ladung der Lithium-Ionen-Akkus im Heck sollen für ca. 350 km Fahrt genügen.

Beim ersten Anblick live fällt auf, dass der Tesla Roadster erstaunlich kompakt ist. Doch das ist kein Wunder, da er viele Teile mit den kleinen britischen Lotus-Sportwagen gemein hat.

Das Einsteigen gestaltet sich enorm schwierig. Der Tesla ist unglaublich tief. Fand ich da den Porsche Cayman schon unpraktisch – dieser hier toppt den Deutschen um längen. Man steigt auf den Asphalt hinab. Der Innenraum ist nicht besonders spektakulär. Die Anzeigen für Geschwindigkeit und Energieverbrauch beim Fahrer sind analog – in der Mitte ist ein kleines Display, das diese Infos grafisch etwas aufbereitet. Der teils belederte Innenraum ist für ein Fahrzeug, das hierzulande ca. 100.000 Euro kostet, erstaunlich langweilig.

Nach dem kurzen Umsehen hat der Chauffeur das erste Mal Gas gegeben und das Fahrzeug setzt sich lautlos in Bewegung. Erstaunlich!
Dann ein kräftigeres Antippen des Gaspedals und der Roadster beschleunigt sirrend sofort und vehement auf Geschwindigkeiten deutlich über dem Bundesstraßentempo.

Die Beschleunigung dieses Wagens ist schon ein erstaunliches Gefühl. Sie kommt kraftvoll und direkt und wirkt irgendwie unwirklich. Kein V-Motoren-Bollern oder -Kreischen, keine ordinären Geräusche des Abgassystems – nur lineare Beschleunigung. Und ich schreibe bewusst “linear” und nicht “brachial”, denn das beeindruckende am Tesla Roadster ist einfach seine Art der Beschleunigung – ganz anders, als man das von anderen Sportwagen kennt.

Die Federungs- und Dämpfungscharakteristik ist auf für einen Sportwagen typischen Niveau. Sehr nüchtern, trocken und direkt. Die sehr guten Sportsitze halten die beiden Passagiere komfortabel auf dem Platz. Insgesamt zeichnet sich der Wagen durch wenig aus – letztlich nur durch sein außergewöhnliches Motorkonzept mit all seinen Stärken und Besonderheiten

Der Wagen ist jedoch nicht ganz ungefährlich. Durch das fehlende Motorengeräusch ist man verleitet, weitaus schneller zu fahren als üblich. Fahren nach Gehör funktioniert nicht. Die flache und eher schmale Bauweise des Wagens sorgt dafür, dass man tendenziell leichter übersehen werden kann – vergleichbar mit einem Mazda MX-5, der schon mal in meinem Rückspiegel “verschwand”.

Dennoch: wenn er doch nur etwas günstiger wäre…   ;-)

So kann man sich die automobile Zukunft durchaus vorstellen, denn der Energieverbrauch liest sich interessant. Der Energiebedarf beträgt im Durchschnitt 12,7 kWh/100 km, bezogen auf den Energiegehalt von Motorenbenzin entspricht dies 1,49 Liter auf 100 km. Um diese Energie bereitzustellen, würden bei Erzeugung in einem Wärmekraftwerk etwa 4–8 Liter Heizöl aufgewandt, zur Deckung mit Solarstrom würden für 20.000 km Jahresfahrleistung etwa 25 Quadratmeter Solarzellen benötigt. Das Fahrzeug selbst ist abgasfrei, CO2 und andere Schadstoffe können jedoch bei der Elektrizitätserzeugung freigesetzt werden, abhängig von der Art der Stromgewinnung.

Jetzt würde mich noch interessieren, wie viel der Tesla Roadster pro Kilometer in vier Jahren kostet – verglichen mit einem neuen Golf, dem Toyota Prius, einem vergleichbaren Porsche und anderen Fahrzeugen. Im Vergleich zu anderen Sportwagen schneidet er sicher hervorragend ab – der Vergleich zu Golf und Hybriden dürfte interessant sein: Dem hohen Bezugspreis des Tesla stehen enorm niedrige Energiekosten gegenüber…

Sixt und RWE touren mit dem Fahrzeug z.Zt. durch Deutschland – im Rahmen des Mannheimer Maimarkts hatte ich durch Michi F. die Chance, dieses Auto einmal persönlich zu erleben – vielen Dank dafür!

Diese Mitfahrt über Bundesstraße und Autobahn war echt ein Erlebnis – eine weniger leistungsstarke und dafür weitaus günstigere Vision wäre mir persönlich sehr willkommen.

Dieser Beitrag wurde unter Autos abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Kommentar auf (Mit)Fahrbericht: Tesla Roadster